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Linguistische Beschreibung

1. Einordnung
Russisch gehört gemeinsam mit dem Ukrainischen und Belorussischen zur ostslawischen Sprachengattung, slawische Sprachenuntergruppe, baltoslawische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.

2. Verbreitung
Russisch ist die Nationalsprache in Russland. Außerdem wird es von sehr großen Minderheiten in Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Estland, Georgien, Kasachstan, Kirgistan, Lettland, Moldawien, Littauen, Tadschikistan, Turkmenistan, der Ukraine und Usbekistan als Primärsprache, sowie in allen diesen Ländern als allgemeine Verkehrssprache gesprochen. Nach der Auflösung der Sowjetunion wird Russisch als wichtigste Fremdsprache in Osteuropa und anderen vormals mit der Sowjetunion verbündeten Staaten zunehmend durch Englisch abgelöst, gilt aber immer noch als eine der Weltsprachen.

3. Entwicklung
Russisch hat sich aus der gemeinsamen slawischen Ursprache entwickelt. Dabei war es durch die Christianisierung der Slawen griechischem und lateinischem Einfluss ausgesetzt, der sich aber nur auf den Wortschatz auswirkte. In den letzten 500 Jahren waren es vorwiegend Französisch, Deutsch und Englisch, die je nach der wechselnden politischen Ausrichtung Russlands ihre Spuren hinterließen. Die Koexistenz des Russischen mit einer Vielzahl anderer Sprachen im Vielvölkerstaat Russland hatte hingegen sehr geringen Einfluss auf die russische Hochsprache.

4. Struktur

4.1. Lexik
Der größte Teil des russischen Grundwortschatzes ist slawisch. Gehobene Begriffe stammen jedoch vielfach aus dem Lateinischen und dem Griechischen, während viele moderne Wörter dem Deutschen, Französischen und Englischen entnommen wurden.

4.2. Phonetik
Die Unterscheidung von sogenannten harten und weichen Konsonanten, die durch die folgenden Vokale oder durch spezielle Zeichen angezeigt werden, gehört zu den charakteristischsten Klangmerkmalen des Russischen. Dabei werden die meisten harten Konsonanten analog zum Deutschen ausgesprochen, während die weichen Konsonanten palatalisiert werden, also ein folgendes "j" eingemischt wird. Das und die Existenz einer Vielzahl von Zischlauten macht das Russische außerordentlich reich an Konsonanten.

4.3. Orthografie
Russisch wird mit kyrillischen Buchstaben geschrieben, die übrigens nicht, wie vielfach angenommen, von den Brüdern Kyril und Method entwickelt wurden, sondern im Gegenteil deren wenig handliche Schrift ersetzten. Die Schreibung des Russischen ist annähernd exakt phonetisch. Die Aussprache des unbetonten "o" als offenes "a" ist davon die allgemeine Ausnahme. Weiterhin gibt es noch einige wenige andere Abweichungen, die vor allem die Aussprache des Buchstaben "g" betreffen.

4.4. Grammatik
Das Russische hat aus dem alten Indoeuropäischen noch sechs der acht Fälle behalten. Auch die Konjugation der Verben ist noch nahe am Altslawischen. Dabei folgen die Flexionen relativ strengen Regeln, von denen es nur wenige, aber wichtige, Ausnahmen, speziell bei den Verben, gibt. Da die Flexion die Funktion der einzelnen Satzglieder anzeigt, gibt es keine feste Satzstruktur, so dass die Abfolge der Satzglieder entsprechend ihrer Wichtigkeit erfolgen kann. Jedoch wird oftmals die Sequenz Subjekt - Prädikat - Objekt bevorzugt. Als besonders problematisch kann das Zusammenspiel von Deklination und Präpositionalkonstruktion gelten.