Isländisch
Linguistische Beschreibung
1. Einordnung
Isländisch gehört gemeinsam mit dem Norwegischen zur westnordischen Sprachengattung, nordgermanische Sprachenuntergruppe, germanische Sprachengruppe, nordeuropäischer Sprachenzweig, indoeuropäische Sprachenfamilie, indouralischer Sprachenstamm.
2. Verbreitung
Isländisch ist die Nationalsprache in Island. Mit etwa 260'000 Primärsprachlern gehört es zu den kleineren Sprachen.
3. Entwicklung
Isländisch spaltete sich erst recht spät vom Rest der nordgermanischen Sprachen ab, als Island ab 874 von Norwegen aus besiedelt wurde. Durch Islands Insellage und die zusätzliche Isolation der Menschen dort durch die dünne Besiedlung wurden die altnorwegischen Sprachstrukturen zu großen Teilen konserviert. Deshalb unterscheidet sich Isländisch auch heute sehr stark vom Dänischen, Norwegischen und Schwedischen, die sich parallel weiterentwickelten. Bis etwa 1500 wird die Sprache Islands Altisländisch genannt, danach Neuisländisch, obwohl sie eigentlich keine wesentlichen Veränderungen erfahren hat. Es gab nur graduelle Vereinfachungen der Grammatik und eine geringfügige Lautverschiebung.
4. Struktur
Der Hauptteil des isländischen Wortschatzes stammt aus dem Germanischen. Durch die geografische Isolation sind Einflüsse anderer Sprachen, vom Dänischen und Norwegischen als Sprache der politischen Herrschaftsmächte abgesehen, nur sehr gering. Erst heute bestehen stärkere Einträge aus dem Englischen als Weltsprache und Sprache der modernen Medien und der Wissenschaft und Technik.
